Geschichte vom richtigen Zeitpunkt für die Liebe

Geschichte vom richtigen Zeitpunkt für die Liebe

An unserem ersten «Brot und Liebi» will ich über was wohl? – über Liebe sprechen. In der Bibel gibt es ein wunderbares Buch mit Liebesliedern, das ich sehr mag. Dort heisst es in einem Vers: „Weckt die Liebe nicht / und scheucht sie nicht auf, / bis es ihr selber gefällt!“ Aber ist es nicht auch so, dass man umgekehrt die Liebe verpassen kann, weil man den richtigen Augenblick verpasst, sich ihr zu öffnen? Vielleicht geht es ja auch einigen von euch so wie mir. Meine Erfahrungen mit der Liebe waren nicht nur immer einfach. Und das kann manchmal ganz schön heftig weh machen. Und da bleiben so einige Spuren zurück. Und wenn uns dann ein Mensch begegnet, der uns irgendwie berührt, dann tauchen viele Fragen auf. Unsere alten Erfahrungen und Verletzungen werden getriggert. Passt es wirklich? Bin ich bereit dazu? Fehlt mir nicht dies und das? Vergleiche mit ehemaligen Partnern können Bedenken auslösen. Und ja, – ich will nicht wieder verletzt werden.

So erging es mir in diesem Sommer. Im Frühling trat ein Mann in mein Leben. Was zuerst für beide mehr damit zu tun hatte, in der Coronazeit nicht ohne körperliche Nähe auskommen zu müssen, zeigte sich bald als mehr. Wir berührten uns gegenseitig die Herzen. Unweigerlich kommen dann irgendwann die Gespräche: was ist das jetzt? Sind wir jetzt ein Paar? Dann kam Ende Sommer mein Geburtstagsfest und im Vorfeld seine Frage, wie stellst du mich überhaupt vor bei deinen Freunden und deiner Familie. Ich wand mich und palaverte was von: «wir sind zusammen auf dem Weg.» Dann kam der Tag. Wir waren auf einer Anhöhe in Zürich mit wunderbarem Blick über die Stadt. Auch meine Mutter war da. Seit einem Jahr ist sie im Rollstuhl, so gingen die Leute zu ihr um sie nacheinander zu grüssen und mit ihr zu plaudern, was sie offensichtlich genoss. Ich ging irgendwann zusammen mit meinem neuen Herzensmann zu ihr und sagte: das ist Alexander, mein neuer Schatz. Erstaunt hörte ich mir selber zu. Wo ich mich im Vorfeld so gewunden hatte, konnte ich es jetzt ganz einfach sagen. Das ist meine neue Liebe. 

Der richtige Augenblick ist, so lerne ich, etwas, das ich nicht selber machen kann. Es wird mir geschenkt. Meine einzige Aufgabe ist es, zu lernen, Kopf und Herz in Einklang zu bringen und es nicht zu vermasseln mit meinem Kopfkino. Es nicht zu verpassen wegen all der Bedenken, die ich aufgrund von früheren Erfahrungen habe. Und den Mut zu haben das Risiko einzugehen. Es gibt keine Garantie, dass der Augenblick wirklich der richtige ist. Aber wenn das Herz es sagt, öffne dich ihm.

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