Geschichte vom Strassenbahn fahren

Geschichte vom Strassenbahn fahren

Freude und Zuversicht ausstrahlen

Heute möchte ich euch meine Gedanken zum Thema «Freude und Zuversicht ausstrahlen» teilen. Dazu möchte ich zu Beginn eine Frage stellen.

Kennst Du den Moment, wenn du am frühen Morgen, draussen ist es noch dunkel, mit dem vollgestopften Bus oder der komplett mit Menschen vollgepackten Strassenbahn zur Arbeit fährst? Alle Seelen robotieren an ihrem Handy, Stöpsel in den Ohren mit der Lieblingsmucke und den Gedanken beim ersten, zweiten oder dritten Termin. Kennst du das?

Und genau in solchen Momenten steh ich dann da, die Distanz zwischen den Aussenhüllen der Körper scheint schier endlos. Kein Blick, keine Interaktion, keine Gemeinschaft. Ein lebensleerer Raum eben. Und hier fängt meine Geschichte an.

Ich begegne oft Menschen. Auf der Strasse, in der Bahn, beim Einkaufen, usw. Ich kreuze Menschen, ohne sie zu kennen. Oft hatte ich das Gefühl, Menschen nehmen mich gar nicht wahr. Egal, ob der ältere Herr am Rollator, das hübsche schüchterne Mädel mit der Handtasche oder die krassen Gangster mit den Hosen an der Kniekehle. Meine Eltern haben mir beigebracht, alle Menschen zu grüssen. In Zürich, auf der Strasse, unmöglich. Hier, macht man sowas nicht. Aber ich hab diesen inneren Drang, Menschen kennenzulernen, mit Menschen zu interagieren, ein Teil von meinem Umfeld zu sein. Auch wenn es nur ganz kurz ist. So bin ich also unterwegs, an diesem Morgen in der Strassenbahn (noch vor Zeiten von Corona) und da steht da diese eine Frau. Gestresst, verbittert – allein. Sie steigt aus, kreuzt mich und schaut mich an. Ich schau zurück und lächle. Sie lächelt. Und geht weiter. 

Einige Tage später, steh ich wieder in der gleichen Strassenbahn. Die gleiche Frau steht wieder da. Wieder verbittert, wieder gestresst, wieder allein. Sie steigt wieder die Haltestelle vor mir aus. Sie kreuzt mich wieder. Ich lächle, sie lächelt – und sagt «Danke». Sie sagt, «wissen sie eigentlich, wie wertvoll diese lächeln von ein paar Tagen war?»

In diesem Sinne, lächle nicht, wenn es dir gut geht, sondern lächle und es geht dir gut!

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