garden essay in english jian business plan pdf writing a compare and contrast essay thesis product and service description business plan how to write a conclusion for a satirical essay

Geschichte von pinken Sandalen

Geschichte von pinken Sandalen

Vor vielen Jahren auf einer Indienreise sah ich in Rajastan Männer mit pinken Turbanen. Ich
vergesse dieses Bild nie: diese Landarbeiter mit gegerbten Gesichtern und dem pinken
Turban auf dem Kopf in Mitten einer wüstenartigen Landschaft. Für meine europäischen
Augen total verblüffend und im besten Sinne ein eigenartiges Bild. Das hat mich so fasziniert,
dass ich einem Mann seinen seidenen pinken Turban abgekauft habe. Getragen habe ich ihn
bis jetzt leider nie. Auch deshalb, weil ich ihn gar noch nicht binden kann. Aber überhaupt,
wie trägt man als Mann in Zürich einen pinken Turban?
Letztes Jahr nun habe ich pinke Birkenstock Sandalen entdeckt und mich gefreut, dass es
diese auch in meiner Schuhgrösse gab. Die Schuhproduzenten werden wohl in der Regel
denken: welcher Mann interessiert sich schon für pinke Schuhe? Ich schon. Und ich verbinde
damit viel Freude. Genauso wie an den Männern mit den pinken Turbanen. Genauso auch
wie ich mich sehr freue auf den Frühling der hoffentlich bald kommt, wo ich meine Sandeln
wieder tragen kann.
Letzte Woche habe ich meine pinken Sandalen aus dem Keller geholt. Ich weiss vom letzten
Jahr, dass ich sie nicht so oft trage. Noch immer finde ich es manchmal schwierig als Mann
diese spezielle Farbe zu tragen.
Umso mehr freue ich mich über die liturgische Farbe des heutigen Tages. Sozusagen als
Zwischenhalt in der Fastenzeit wird mit der Farbe rosa heute die Leichtigkeit und die Freude
betont. Ein Zwischenhalt mit Freude, Vorfreude und Leichtigkeit, schön finde ich das.
Interessant finde ich dazu auch die Geschichte der Farbe rosa. Früher war es extrem
schwierig, die Farbe rot und purpur herzustellen. Man brauchte dazu viele Purpurschnecken,
aus deren Sekret man der Farbstoff gewann. Dies war sehr teuer und nur Würdenträger
konnten sich diese Stoffe leisten. Die meisten mussten sich mit den leichteren Tönen
zufriedengeben, mit den rosa und lila Tönen. Sozusagen eine Farbe auf halber Strecke. Und
wisst ihr was? Ich mag diese auch lieber. Sie sind nicht so schwer, sie sind leichter und
spielerischer. Und wie schön ist das doch, wenn wir nicht immer das Maximum erreichen
müssen und es doch so schön und leicht ist.
Für mich ist die Farbe rosa in der Mitte der Fastenzeit auch die Farbe der Freude, dass wir
mehr als die Hälfte des Weges zurückgelegt haben. Nicht nur auf Ostern hin sondern auch
für pinke Männerschuhe und Ähnliches: wir dürfen weg von stereotypen Zuschreibungen,
wie jemand sein soll. Vielleicht trage ich dieses Jahr meine pinken Birkenstöcke öfter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.